Bei der Entwicklung unserer Live-Action-Adventures orientieren wir uns bewusst an den archetypischen Strukturen der Heldenreise. Geschichten lassen sich prinzipiell auf einige wenige, immer wiederkehrende Elemente reduzieren. Die Heldenreise bezeichnet den Oberbegriff dieser Elemente. Sie ist das wahrscheinlich universellste Muster einer Geschichtsstruktur. Der US-Amerikanische Mythenforscher Joseph Campbell bezeichnet die Heldenreise daher auch als den “Geheimcode des Geschichtenerzählers”. Sie beginnt für den Helden in seiner gewohnten Umgebung. Dort erhält er den “Ruf ins Abenteuer”. Er zögert zunächst, wird aber von einem Mentor ermutigt. Nach dem Überschreiten der ersten Schwelle gibt es kein Zurück mehr. Auf seiner Reise hat der Held Gefährten, ihm begegnen Helfer, aber auch Gegenspieler. Schließlich dringt er zur “tiefsten Höhle” vor und kann, nach dem Bestehen der “entscheidenden Prüfung”, verändert in seine alte Welt zurückkehren.

Die Motive der Heldenreise begegnen uns vor allem in Mythen, Märchen und Filmen, aber auch in Träumen. Jeder Mensch findet sich intuitiv darin zurecht. Der US-amerikanische Psychologe Paul Ribellot legte bereits in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Grundsteine zur therapeutischen Nutzung des Heldenreisenprinzips. Heldenreisen-Rituale werden heute von Pädagogen und Therapeuten in vielfältiger Weise zur Persönlichkeitsentwicklung, zum Aufbrechen von Verhaltensmuster oder zur Begleitung von Veränderungsprozessen genutzt. Das “archetypische Veränderungs-Modell” der Heldenreise hat die Autorin Angelika Höcker im Jahr 2010 speziell auf die Abläufe und Bedürfnisse des Unternehmensalltags projiziert. Seitdem hält die Heldenreise als Reflexionshintergrund und Metapher für die Herausforderung des Arbeitsalltags beispielsweise in Seminaren zum Veränderungsmanagement Einzug.